26. Juli 2009

MMO Währung mit echtem Geld kaufen?

Jeder kennt es, egal welches (ernstzunehmende) Online Rollenspiel man auch zockt, überall versucht man uns Gold, Platin, ISK (oder welche Währung auch immer) gegen echtes Geld zu verkaufen. Die meisten Spieler haben eine klare öffentliche Haltung gegenüber "Goldsellers" --> "Gold kaufen? Niemals!". Doch da es soviel "wolle Gold kaufe"-Typen gibt, muss es irgendwo ja auch einen Markt dafür geben. Ebay ist ja auch voll mit solchen Auktionen.

Der Verkauf von virtuellen Gütern gegen echtes Geld ist in den meisten Spielen verboten. Doch warum? Was spricht dagegen seinen Überschuss an Gold oder einen epischen Gegenstand gegen Euro zu tauschen? Eigentlich garnichts, aber warum verbieten dann die Spielebetreiber dieses in ihren Games?

Nun, sobald man sich einen Vorteil verschaffen kann wird der menschliche Geist aktiv und versucht diesen auch zu erlangen. Der einfachste und schnellste Weg an einen solchen Vorteil in einem Onlinegame zu kommen sind Exploits (Ausnutzen von Fehler bzw das nutzen der Spielmechanik in einer Art wie sie vonm den Entwicklern nicht geplant war). Die nächste Möglichkeit ist nicht unbedingt schnell, aber sie ist ein Selbstläufer, der gute alte Bot, ein externes Programm das für mich farmt. In den Nutzungsbedinungen meist als "third Party Tools" betitelt, führt das benutzen oder viel mehr das erwischt werden beim nutzen zur Sperrung des Accounts, ebenso wie das nutzen von Exploits.


Etwas mehr "kriminelle" Energie braucht man dann zum Scammen (Scam ist Englisch und bedeutet etwas soviel wie Schwindeln/Betrügen). Meist im Game selber, werden Spieler gezielt von anderen Spielern übers Ohr gehauen um an deren Gold oder Gegenstände zu kommen. Königsdisziplin ist dann das Scammen von ganzen Accounts, sowas erfolgt meist außerhalb des eigentlichen Spiel, in Foren oder auf Ebay & Co. Außerdem noch zu nennen ist das Accounthacking, ein Account wird gehackt (z.B. Login-Daten durch Keylogger erschleichen), ausgeräumt und als Spitze der Boshaftigkeit noch alle Charaktere gelöscht.


Die Spielebetreiber haben also allen Grund dazu den Verkauf ihrer virtuellen Währung zu unterbinden, weil dieser den Betrug in allen der oben genannten Formen fördert. Allerdings sollte Leute die wenig Zeit haben (durch ihre Abreit oder sonstwas) und dadurch etwas im Nachteil sind, eben diesen durch die Aufwendung von Euro´s ausgleichen dürfen. Ebenso sollten Vielspieler, die sich in einem Spiel einen gewissen "Reichtum" (durch geschicktes Handeln/Farmen) erarbeitet haben diesen auch entsprechend gegen harte Währung eintauschen können, ohne gefahr laufen zu müssen gebannt zu werden.

Warum Reagiert die Spieleindustrie nur mit schlichtem Verbot anstatt mal etwas nachzudenken und evtl selber zum Beispiel Gold anzubieten? Das wäre doch mal ein klares Konzept was den ganzen "Chinafarmern" erstmal an das Bein pisst. Die Betreiber verkaufen eine beliebig generierbare Resource und der Spieler (=Käufer) muss keine Angst haben beschissen oder gebannt zu werden. Die wohl beste Win-Win Strategie seid der Wasserprobe. Umgekehrt könnte man es möglich machen seine Spielzeit mit der Ingame-Währung zu bezahlen (Was es in EVE Online schon in ähnlicher Form gibt --> PLEX). Dadurch hätte man dann halt die Gebühren für das Onlinespiel gespart, was gleichzusetzen ist mit verkauftem Gold um einen Account zu bezahlen.

Das würde die Wirtschaft des Spiels zerstören? Es ist eine virtuelle Wirschaft, wenn interessiert da schon Inflation (Außer denen, die das Gold verkaufen für harte Währung ;) ). Jedes Addon bringt doch Inflation ohne Ende. Ich hatte 4 Wochen nach release des letzten WoW Addons mehr als das viermal soviel Gold als noch direkt zum Erscheinungsdatums.

Unterm Strich finde ich es absolut ok das Gold (oder andere Inagme-Währung) gegen Bares gehandelt wird. Leider muss man tierisch aufpassen das man nicht an ein schwarzes Schaf gelangt und beschissen wird. Genau genommen muss ich sogar gestehen das ich recht häufig selber in diversen Spielen das entsprechende Zahlungsmittel auf Ebay verkauft habe, einfach aus dem Grund, weil sich durch halbwegs geschicktes handeln weit mehr Kohle ansammelt als man letztlich braucht. Von dem Geld hab ich mir unteranderem eine Xbox 360 gekauft und noch einiges anderes.

Wie sieht das meine hoch verehrte Leserschaft, Euro für Gold -->ok?

Kommentare:

  1. Ich seh's relativ leidenschaftslos. Wenn sich jemand Gold kaufen will, soll er. Gerade wenn er wenig Zeit hat, ist das ein guter Weg, sich auch mal was nettes zu gönnen.
    Ob sich Blizzard allerdings auf das Gold-Geschäft einlassen sollte? Da höre ich schon die Jugendschützer schreien, dass Blizzard den armen Kindern jetzt noch mehr Kohle aus der Tasche zieht.
    Außerdem müsste Blizzard das Gold immer günstiger verkaufen als der günstigste Goldanbieter...

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  2. Hallo Martin,

    das stimmt wohl, müsste Blizz immer günstiger sein als die Chinafarmer. Diese würden aber langfristig daran eingehen denke ich. Das ganze würde aber Sicherheit für die Käufer mit sich bringen. Blizzard könnte dann natürlich auch mehr BOE Items bzw andere Möglichkeiten anbieten um sein Gold loszuwerden, damit man nachkauft. Eine Patentlösung ist mein ansatz sicherlich auch nicht, allerdings sollten sich Spieleanbieter etwas objektiver mit dem Thema auseinander setzen :).

    Gruß Oak

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